Prinzip

„Das Theater Hausruck ist durch viel Herzblut und Courage am besten Weg, ein Synonym für den bewussten Umgang mit Zeitgeschichte zu werden.“ “

— Bettina Nenning, Österreich OÖ

Das THEATER HAUSRUCK Prinzip

Das THEATER HAUSRUCK ist nicht nur eine polarisierende, politische Initiative, es ist auch ein mehrfach ausgezeichnetes Modellprojekt für gesellschaftliche Partizipation und Publikumseinbindung. Vom ersten Tag an wurden die Hausrucker Töchter und Söhne aufgerufen sich einzubinden und mitzumachen. Um die Akteure auf die Projekte vorzubereiten, wurden und werden in Workshops oft ein ganzes Jahr lang Texte geprobt, die historischen Ereignisse, die damaligen Lebenswelten und ihre Charaktere von den DarstellerInnen verinnerlicht.

Der Erfolg basiert nicht zuletzt auf den grandiosen Leistungen der DarstellerInnen – Profis wie Laien. Die Zusammenarbeit namhafter SchauspielerInnen mit spielfreudigen Menschen aus der Region imponierte nicht nur dem Publikum, sondern bewirkt in diesem hochprofessionellen Theaterumfeld auch eine Qualifizierung der LaienakteurInnen.

Anders formuliert: THEATER HAUSRUCK steht für angewandte Kunstvermittlung, die weit über das Niveau typischer Sommertheaterunterhaltung hinausgeht. Das betrifft auch die Einbindung regionaler Musikschaffender (Komposition der Theatermusiken durch den ortsansässigen Musiker Rupert Schusterbauer und Live-Darbietung durch regionale Ensembles) und Theaterbegeisterter (Dramaturgie, Mitarbeit Bühnenbau, Bühnenbild, Maske und Kostüm).

Der Kunstvermittlungs-Ansatz des THEATER HAUSRUCK ist ein bewusst inkludierender:
Jugendliche, Erwachsene, SeniorInnen, Menschen mit Behinderung entwickeln und tragen die Produktionen in bedeutendem Ausmaß mit. Hier vollzieht das THEATER HAUSRUCK Pendelbewegungen zwischen Realität und Fiktion, zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Mahnmal und Volksstück. Vor und hinter den Kulissen stemmen sich Akteure mit politischem Bewusstsein gegen das Vergessen, betätigen sich gleichsam als BildhauerInnen und formen eine soziale Skulptur, die trotz oder wegen ihrer bewusst regionalen Verankerung internationales Aufsehen hervorruft. Sie setzten 2005 einen vibrierenden Dynamo in Gang, der bis 2010 nicht nur einen Strom von 36.000 BesucherInnen erzeugte, sondern auch regionalwirtschaftlich wichtige Impulse gegeben hat.

Allein bei der Produktion „Z!PF oder Die dunkle Seite des Mondes“ wirkten 80 LaiendarstellerInnen und Musiker aus dem Hausruck mit, nicht zu vergessen das ehrenamtliche Engagement vieler Leute bei Bühnenbau, Catering, Logistik etc.

Der Erfolg der Theaterproduktionen gründet auf einer peniblen zeithistorischen Recherche und der Aufbereitung des Materials für die öffentliche Diskussion. So  wird zu jeder Produktion eine filmische Dokumentation produziert, in der der politische und historische Kontext des jeweiligen Stückes aufgerollt, die Bearbeitung durch das THEATER HAUSRUCK sowie das Making-Of der theatralen Umsetzung dokumentiert werden.